| Die Gesamtfläche des Bezirks Bragin des Gomeler Gebiets beträgt 196 046 Ha. 100 % des Territoriums des Bezirks wurden einer radioaktiven Verseuchung mit der Kontaminationsdichte von über 1 Ci/km2 ausgsetzt. Dabei wurden praktisch 100% der Landwirtschaftsböden und 97,9% der vorhandenen Wälder kontaminiert (s. Bild 1). Aus der landwirtschaftlichen Nutzung wurden 50 842 Ha nutzbare Böden ausgeschlossen. Bild 1. Schema der Strahlenkontamination des Bezirks Bragin mit 137Cs Nach der Tschernobylkatastrophe wurde die Bevölkerung von 55 Wohnorte (12140 Menschen) evakuiert und 9 weitere Wohnorte wurden abgetragen und mit Erde zugeschüttet. In der Zeitspenne nach dem Reaktorunfall ist die Bevölkerung des Bezirks um 56,2 % zurückgegangen. So betrug die Bevölkerungszahl zum 01.01. 2003 rund 17 Tausend Menschen, darunter wohnten 11301 (oder 66,4 %) Menschen im ländlichen Bereich und 5740 Menschen (oder 33,6 %) in der Stadt. Zum Vergleich: am 01.01.86 zählte die Bevölkerung des Braginer Bezirks 38,8 Tausend Menschen davon 30,7 Tausend (oder 79 %) auf dem Lande und 8,1 Tausend Menschen (21%) in der Stadt.
Von insgesamt 136 vorhandenen Siedlungen sind nur 82 bewohnt, davon liegen 80 im ländlichen Bereich. Also sind die meisten Einwohner des Bezirks Bragin - Dorfbewohner. Die zahenstärke der drei wichtigsten Kathegorien der Dorfeinwohner (Arbeitsfähige, Rentner und Kinder im Alter unter 15 Jahren) im Jahre 1986 und 2003 ist auf dem BIld 2 dargestellt. Bild 2. Kategorien der Dorfbewohner im Bezirk Bragin Unter den Dorfbewohnern ist ein geringer Anteil an Kindern zu verzeichen - 18,1%, erwerbsfähige Bevölkerungmach 41,7 % aus, einen großen Anteil (40,1%) bilden Menschen im Rentenalter. Bild 3. Wechselverhältnis von Bevölkerungskathegorien im Jahre2003 Auf dem Bild 4 ist die Verteilung von Territorien, Wohnorten und Einwohnern des Bezirks Bragin nach Zonen der Strahlenkontamination dargestellt. Bild 4. Verteilung von Territorien, Wohnorten und Einwohnern des Bezirks Bragin nach Zonen der Strahlenkontamination, Stand 01.01.2004 Wie aus dem Diagramm ersichtlich ist, liegen 39% sämtlichen Bodenbestandes des Bezirks Bragin in der Zone mit der Kontaminationsdichte von 1-5 Ci/km2. 28% aller Böden weisen eine Kontaminationsdichte von 5-15 Ci/km2 auf. In 61 Wohnorten sind 60,6 % der Einwohner zu Hause.
Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurden im Bezirk eine Reihe von Maßnahmen zur Linderung der Katastrophenfolgen vorgenommen. In der Zeitspanne von 1986 bis 2002 wurden 334 Wohnungen gebaut. Zwei Wohnorte wurden mit Erdgas versorgt. 21,3 Tausend m2 wurden mit allem nötigen ausgestattet, 76 km Autostraßen mit fester Fahrbahn errichtet sowie 166,8 km Wasserversorgungsnetze und 56,3 km Erdgasnetze aufgebaut. Es sind sechs Strahlenmessungslabors sowie zwei Punkte der Strahlenkontrolle aufgebaut worden. 44,5 Tausend m2 Landflächen wurden entseucht. |